Zeitbedarf

Mein Hundebuch

Ein Tagebuch und mehr

 

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Zeitbedarf

Ein Punkt der oft unterschätzt wird und dann mit Sicherheit in die Katastrophe führen kann, ist der oft unterschätzte Zeitaufwand der für eine artgerechte Hundehaltung erforderlich ist. Wer sich einen Welpen ins Haus holt, sollte vier Wochen Urlaub nehmen. Das wird mit Sicherheit der unvergesslichste Urlaub, den sie je hatten. Voller Abenteuer, Abwechslung und voll mit Erlebnissen, die sie nicht vergessen werden. Anschließend können sie wochenlang erzählen. Und das alles kostet sie nichts extra. Toll!

 

Diese vier Wochen brauchen sie einfach, um ihren Welpen einzuleben, ihm die wichtigsten Dinge beizubringen und einen Rhythmus zu finden. Sie beide. Denn sie können sich sicher sein, das ihr Welpe ihr Leben komplett umstellt. Schließlich müssen sie jetzt ständig für ihn da sein. Alles was sie bei ihren Kindern vielleicht von sich schieben konnten, jetzt gibt es keine Ausreden mehr. 100% Konzentration und Aufmerksamkeit für ihren Hund bestimmen ab sofort ihr Leben. Und manches geht nicht mehr so einfach wie vorher. Ihr Zeitplan wird gerade am Anfang komplett von ihrem Hund diktiert und so manche liebgewonnene Angewohnheit können und werden sie über Bord werfen.

 

Das größte „Problem“ ist das Gassi gehen. Welpen beherrschen genau wie Kleinkinder noch nicht die bewußte Steuerung ihrer Blase und ihres Darms. Das bedeutet ständige Beobachtung des Hundes, Interpretation von seinen Signalen (Was macht er bevor er auf den guten Teppich pinkelt) und schnellstmögliche Reaktion in Form von Anleinen, bei Bedarf Runtertragen (mal sehen wer schneller ist) und auf die Wiese setzen.

Hunde sind aber von Natur aus keine Nestbeschmutzer, lernen das also relatv schnell, Zeichen zu geben. Man muss diese nur erkennen. Und am Anfang muss man eben auch nachts alle paar Stunden raus.

 

Auch bei erwachsenen Hunden kann es in den ersten zwei-drei Tagen zu Problemen mit dem Gassi gehen geben. Das ist in der Regel einfach dem Stress der Umstellung geschuldet und legt sich dann sehr schnell, sobald ein Rhythmus gefunden ist und man den Hund kennt und erkennt und sich dieser etwas zu Hause und sicher fühlt.

 

Ansonsten sind sie am Anfang ständig damit beschäftigt, den Hund zu beobachten, was er macht. Denn gerade Welpen wollen ihre Umwelt erkennen und begreifen und machen das mit Hilfe ihrer sehr spitzen Milchzähne und der Krallen. Alles kommt in den Mund. Eben Kinder. Also permanent hinterher laufen, verbieten, verbieten und loben und beschäftigen.

Das ist ein Ganztagsjob. Es geht selten gut und ist nicht wirklich artgerecht, wenn ein Hund stundenlang im Haus sitzt und wartet. Verhaltensstörungen haben oft in solchen Situationen ihre Ursache. Der Hund ist ein Rudeltier. Nicht vergessen.

 

Zwar schlafen auch Welpen gerne und viel, weil spielen und die Welt erkunden strengt an, aber genau so schnell sind sie auch wieder munter und dann geht es rund.

 

Für den Anfang ist also eine 24 Stunden-Betreuung nötig.

 

Erst später findet sich ein Rhythmus, in dem man auch ein paar Stunden seine Ruhe hat

 

Aber generell gilt: Ein Hund braucht sehr viel Zeit und Zuwendung. Bekommt der Hund zu wenig Aufmerksamkeit, können sich schnell Fehlverhalten und Krankheiten einstellen, die dann nur schwerabzustellen sind. Auch das ist wie beim Menschen.