Tag 6

Mein Hundebuch

Ein Tagebuch und mehr

 

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Tagebuch - Tag 6

Heute früh nach Hause gekommen, also auf Arbeit, denn ich schlafe ja ausserhab in meiner eigenen Wohnung. Hund hat sich natürlich riesig gefreut. Die Nacht verlief auch ruhig. Heike hat sie irgendwann mal rausgeschafft, weil sie unruhig wurde. Aber sie hat nichts gemacht. Dafür aber gleich früh ihren Haufen gemacht und nach dem Essen endlich auch Pippi. (oder gepinkelt, Wasser gelassen, uriniert, eine Pfütze gemacht oder irgendwas in der Art)

Das das mit dem Gassi gehen so gut funktioniert, hängt definitiv auch mit der Ernährung zusammen. Sari bekommt natürlich kein Hundefutter. Nicht nur das dieses meist in China hergestellt wird und ich garnicht wissen möchte, was da alles drin ist, es ist auch nicht wirklich artgerecht. Sie bekommt das was wir auch essen. Reis mit Gemüse, Kartoffeln und natürlich auch Fleisch. Allerdings nicht zuviel – so 150 Gramm pro Tag. Die Menge muss man natürlich dem Hund anpassen. Aber Sari ist ja ein Labradormix also schon mittelgroß.

Das Fleisch wird kurz gekocht. Rohes Fleisch führt dazu, das Hunde stinken.

 

Wir haben dann gefrühstückt. In der Zeit muss sie warten. Das klappt inzwischen schon ganz gut. Natürlich kommt sie ab und zu zum Tisch und legt die Pfoten hoch und will mal schauen. Muss man immer wieder runtersetzen. Sanft aber bestimmt. Und dann heißt es wieder PLATZ. Das ist eben Erziehungsarbeit, auch wenn es nervt, weil man es schon zum hundertsten mal macht. Aber es wird besser.

 

Ich halte mich weiterhin konsequent aus der Hundearbeit raus. Gassi gehen, füttern, Hund tagsüber unter Kontrolle haben, rausgehen – alles nicht meins. Es fällt mir irgendwo auch schwer, weil ich hätte damit kein Problem und mit dem Hund auch nicht. Aber Heike wollte den Hund und muss jetzt auch in ihre Rolle hineinwachsen die Verantwortung zu übernehmen.

Und das ist nicht einfach. Denn sie muss und so soll es ja auch sein, ihren normalen Alltag weitermachen und Hund muss sich dort einpassen. Ich kann manchmal nur mit dem Kopf schütteln. Heike war mit Sari im Garten. Und natürlich kann man da auch etwas machen. Also hat sie etwas Unkrautbekämpfung gemacht. Wie sagte sie so schön

 

- das war gar nicht so einfach mt dem Hund an der Leine.

- Ja sag ich, weißt du wir haben da im Garten so ein paar Pflanzen, ziemlich groß mit so einem dicken Stamm, man sagt Baum dazu. Man kann auch die Äste nehmen und da kann man den Hund anbinden.

- Aber ich kann doch den Hund nicht anbinden!!

- Ne, kannst du nicht? Und was machst du wenn du einkaufen gehst, da musst du ihn ja auch draussen anbinden. Und wenn du ihn anbindest, da ist er sogar bei dir und kann sich auch etwas bewegen und du hast die Hände frei.

- Ach so.

 

Verstehe einer die Frauen.

 

Zum Abendbrot gab es mal wieder Erziehung life. Sari kam ständig an den Tisch und wollte hoch mal gucken. Kann man nicht mal in Ruhe seine Pizza essen. Ich also Hund genommen, zum Platz gebracht, PLATZ gesagt und wieder zurück. Hund wieder hoch und zum Tisch. Und so ging dass ca. 10 mal. Dann hatte sie es kapiert. Hielt zwar auch nur ein paar Minuten aber immerhin fast bis zum Ende des Abendessens. Und dann legte sie sich auch brav zu uns, ohne hoch zu wollen.

Aber das ist eben Heike ihr Job und dabei muss sie eben ruhig bleiben. Das ist am Anfang einfach so. Und das muss man wissen und auch einrechnen. Es geht selten etwas nach Plan. Wichtig ist dabei, das man nicht nur äußerlich ruhig bleibt. Der Hund spürt die innere Ruhe und Kraft eines Menschen. Das was man als Aura bezeichnet, unser Energiefeld, nimmt er viel intensiver wahr als es uns oft lieb ist. Deswegen ist es wichtig, dass man sich mit diesen Situationen bereits vorher gedanklich vertraut macht, damit man dann ruhig und überlegt und auch überlegen reagieren kann.

Macht man das nicht, kann es passsieren das man selber panisch reagiert, weil man mit der Situation einfach überfordert ist. Und damit wird man seiner angedachten Führungsrolle natürlich überhaupt nicht gerecht. Und im Ergebnis reagiert der Hund dann genau wie wir. Er lernt nämlich wie jedes Kind vor allem durch kopieren.