Tag 3

Mein Hundebuch

Ein Tagebuch und mehr

 

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Tagebuch - Tag 3

 

Die Nacht war ganz ruhig. Abends ist sie sogar Heike hinterher zu ihrem Körbchen gelaufen und früh dann auch brav aussen herum gelaufen. Ich hab mich inzwischen daran gewöhnt, Heike auch immer wieder zu sagen wie sie bestimmte Dinge machen soll und dabei auch ruhig zu bleiben (ich meine ich bleibe ruhig beim sagen, sie macht es oder sie macht es nicht, ich fidn es immer lustig, wenn ich etwas sage und dann googelt si kurz um mr dann später einen kleinen Vortrag zu halten und mir genau das gleiche zu erklären. irgendwas mach ich falsch). Und keine Vorwürfe oder spitze Bemerkungen. Denn da bin ich wie die meisten Männer ziemlich gut. J

Immerhin hab ich sie dann dreiviertel sechs, einfach mal angestupst und gesagt Hund muss raus, weil er schon ganz unruhig wird und schon kaum noch wusste wie er sich machen soll. Das konnte ich sehr gut nachvollziehen. So hin- und hergerissen zwischen müssen müssen und nicht wollen, weil die Kleine hat ja schon begriffen, das sie drinnen nicht darf. Und weil sie uns schon lieb gewonnen hat und wir ja auch ihr Rudel sind, will sie uns ja auch nicht gegen sich aufbringen. Solche ähmlichen Momente kennt ja sicherlich jeder von uns.

 

Tja und da ist Heike einfach aufgestanden, hat sich angezogen und ist raus mit der Kleinen. Das hat nur ein paar Sekunden gedauert. Das wäre früher undenkbar gewesen. Einfach mal schnell aufstehen, ohne sich noch dreimal rumzudrehen. Es ist schon erstaunlich wie sich Menschen auch so schnell ändern können. Ich hätte in jedem anderen Fall einen Anschiss gekriegt, der hätte sich gewaschen gehabt, wie man so schön sagt und ich hätte es den halben Tag verschissen gehabt.

 

Auf jeden Fall, waren sie auch ruckzuck wieder drinnen und natürlich mit Erfolgsmeldung. Da konnten wir wenigstens ncoh zwei Stunden die Augen zu machen und die Kleine lag wieder brav in ihrem Körbchen.

 

Also man kann schon zufrieden sein, Nach zwei Tagen hat sich die Kleine eingelebt, kann Treppen laufen, schläft durch, kennt ihren Platz und ist wohl auch schon stubenrein.

 

Frühstück gab es heute relativ spät. Heike lernt es auch noch. Wie kann man auch das Essen für den Hund machen (kurz gekochtes Hühnerfleisch) mit Reis und Bohnen und der Hund soll dabei ruhig bleiben und abwarten. Also hab ich der Kleinen klar gemacht, was mit PLATZ gemeint ist. Die wäre am liebsten in der Küche auf die Tische gesprungen. Roch ja auch so lecker. Und Hunger hatte sie auch. Hab ich sie also mindestens zwanzig mal zu ihrem Körbchen geführt, „Platz“ gesagt und sanft ihren Hintern und den Rest runter gedrückt. Dann hatte sie es kapiert und blieb artig liegen. Wir konnten zu Ende essen und dann bekam sie ihr Fressen. Danach ist Heike gleich raus mit ihr. Aber kein Häufchen gemacht. Wird wohl erst abends werden. Hat ja gestern auch geklappt.

 

Tja und jetzt liegt die Kleine ganz lieb im Wintergarten, was der Praxisraum von Heike ist und pennt. Alles wird gut. Und morgen bin ich gar nicht da, also muss Heike alles alleine in den Griff bekommen. Aber ich seh da kein Problem. Nur das sie früh rechtzeitig munter werden muss, damit die Kleine raus kann. Ja und dann hat sie morgen wieder ihren ersten Termin und die Kleine muss ja mit dabei sein und auch ruhig bleiben. Aber das wird schon werden.

 

Im Übrigen kann sie wohl ihr Wasser halten, aber bei Aufregung kommt schon mal etwas. Auch das kenne ich von kleinen Menschen genau so. Heute war das gleich zwei mal. Das erste mal, als Heike in der Dusche war. Sari hatte ich bewusst im Bad gelassen und war rausgegangen. Da wusste sie gar nicht mehr, wie sie sich machen sollte und hat eine ganz, ganz kleine Pfütze auf Heikes Wäsche gemacht, die auf dem Boden lag. Und das zweite mal als sie total aufgeregt in der Küche ihrem Frühstück entgegen gefiebert hat. Aber auch da nur ein paar Tropfen.

 

Tja, zu freut gefreut oder wieder einen Fehler entdeckt. Wohl letzteres. Jedenfalls waren wir die ganze Zeit im Garten. 10 Minuten später hat sie wieder ins Dachgeschoss gepinkelt, statt das Geschäft noch draussen zu machen. Und im Dachgeschoss liegt noch Teppichboden. Zum Glück alter, aber das ist auch egal.

Ja und das hat Heike dann auch mal zur Verzweiflung gebracht. Ich könnte heulen, sagte sie. Ich habe nichts erwidert, aber genau so habe ich mich schon am ersten Abend gefühlt. Weil es mir einen Scheißdreck nützt mal wieder Recht zu haben, mit dem was ich ihr angekündigt und gesagt habe. Es schmerzt nämlich, wenn es einem Menschen dreckig geht, den man mag und liebt.

Aber ich habe ihr vorher gesagt, dass ich mich nicht darum kümmern werde, (was ich natürlich nicht ganz konsequent durchhalte aber im Wesentlichen schon). Und auch das hat mich schon geschmerzt, aber man lernt nur durch Erfahrung und am Ende wird trotzdem alles gut. Man sollte sich klar sein, was es bedeutet sich einen Hund zuzulegen. Es gibt nichts mehr, was du alleine machst. Vom Aufstehen, Pinkeln, Staubsaugen, Einkaufen usw. Und du musst deinen Tagesrhytmus eben auch an die Bedürfnisse des Tieres anpassen. Der Hund pinkelt nicht auf Kommando, sondern wenn er will und muss. Und dann muss Herrchen/Frauchen sich bewegen.

 

Naja, ich habe sie getröstet und sie auf den Fehler hingewiesen. Sari hatte das letzte mal früh ihr Pippi gemacht. Und auch wenn sie im Garten war, sie hatte nicht gepinkelt. Das hätten wir gemerkt. Wobei das auch nicht sicher ist, denn eine Zeitlang waren wir mit Unkrauthacken beschäftigt und hatten sie nicht ständig unter Beobachtung, was aber bei einem Welpen, der noch nicht wirklich stubenrein ist, zwingend notwendig wäre. Aber eines ist Fakt. Das nach so langer Zeit ihr Geschäft einfach fällig war. Und das hat Frauchen eben nicht unter Kontrolle gehabt. Das nächste mal, gehst du mit ihr auf die Pinkelwiese und nimmst die Leckerli mit. Dann weiss sie auch welche Übung dran ist. Also mal schauen.

 

OK dann warten wir mal ab wie der Rest des Tages läuft, denn nachher kommt eine Klientin und Heike hat den ersten Kundentermin mit Hund. Heisst also vorher nochmal Gassi gehen, dann Hund platzieren und hoffen das er durchhält. Danach natürlich sofort wieder Gassi. Das wird schon werden. Ich bin jedenfalls morgen nicht da, nur früh um ein bißchen Werkzeug zu packen und komme erst übermorgen nachmittag wieder.

 

So nach dem Termin war noch mal Gassi angesagt. Und einen schönen Haufen gemacht. Also einmal früh und einmal abends. Aber kein Pippi. Später nochmal raus, aber auch nichts mit Pippi. Vorm Schlafengehn nochmal probieren – mal schauen obs klappt.

 

Heike ist auch total fertig. Hab sie getröstet und ihr etwas Mut zugesprochen, weil ich ja morgen nicht da bin. Da muss sie jetzt durch, hat sich das ja auch eingebrockt. Aber die Kleine ist wirklich ganz lieb und will eigentlich nur immer bei uns sein. Das größte Problem für die Kleine ist, das Heike immer in ihrem Wintergarten sitzt und ich im Dachgeschoss arbeite. Und leider kann sie sich ja nicht teilen. Also hab ich jetzt Heike klar gemacht das die Kleine in den Wintergarten gehört. Platz machen und Tür zu. Nicht rumrennen lassen. Schließlich hat sie dann keine Kontrolle, was die Kleine macht. Und die kommt schon damit zurecht. Muss jeder mal lernen, das Mama und Papa aus dem Zimmer gehen.

 

Tja und mit Pippi machen war auch nichts. Heike ist extra nochmal raus. Nichts. Mal schauen wie die Nacht wird.