Tag 1

Mein Hundebuch

Ein Tagebuch und mehr

 

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Tagebuch - Tag 1

Es ist abend. Ich bin total fertig und könnte eigentlich heulen. Wenn ich könnte. Heike ist gerade wieder draussen, in der Hoffnung das Sari ihr Geschäft auch mal draussen macht und wir zumindest einigermaßen schlafen können.

In der Nacht hatten wir Sari geholt. Treffpunkt war ein Rastplatz irgendwo hinter Hof. Also 250 km hin und dann wieder zurück.

Sari ist ein schöner Hund, da kann man nix sagen. Nicht so ein Schlappermaul, wo der Geifer runtertropft, schönes glänzendes Fell und hat sich nur gefreut. Hätte ich auch, wenn ich nach einer Reise von Ungarn bis hierher in einem kleinen Käfig hätte hocken müssen. (Klar Pause hatte sie auch)

Wir haben sie auch ganz gut ins Auto bekommen und die Reise lief ganz ruhig ab. Aber draussen Gassi machen war nicht. Aber dann gleich aufs Laminat im Wohnzimmer.

 

Ich habe nur drei Kreuze gemacht, das ich das vor ein paar Wochen erst reingelegt habe. Den alten Teppich der vorher da lag, hätte ich nämlich jetzt garantiert wegschmeissen können. Habe ja zum Glück richtig gutes Laminat mit Industriequalität genommen. Also wegwischen ging dadurch jedenfalls gut.

 

Naja und das hat sie dann auch noch wiederholt. Pieseln, einen Haufen gemacht, das waren zum Glück schöne feste Elemente und nicht auch noch Durchfall, im Dachgeschoß auch noch mal gepieselt (da haben wir allerdings Teppichboden), dann wieder unten. Wir sind dann immer sofort danach raus mit ihr, damit sie das irgendwo rafft, das pinkeln immer auch rausgehen bedeutet. Aber ein normales Leben geht damit natürlich nicht. Und die Nerven liegen blank, weil man nur am gucken ist, ob sie schon wieder will oder nicht.

 

Das Zeichen das sie mal musste, war übrigens, das sie anfing mit der Nase am Boden in Kreis und Achtform durchs Zimmer zu schnüffeln. Immer die Nase am Boden. Das Signal muss man aber kennen. Kennt man vielleicht, wenn man sich vorher damit mal beschäftigt hätte. Hat Heike aber nicht. Weil sie weiss ja alles, denkt sie jedenfalls. Ist ja alles gaaaanz einfach. Wie im Film. Hund muss raus und geht zur Tür mit einem leicht bittenden Blick zum lieben Frauchen, bellt dreimal dezent und holt vorher noch die Leine aus der Ecke. Und diese Naivität macht mich am meisten alle. Sich einen Hund holen, aber von nichts wirklich Ahnung.

 

Aber die Kleine kann ja nix dafür. Traut sich noch nicht mal ins Haus. Treppe hoch ging noch, Treppe runter traut sie sich auch nicht. Woher auch. Kennt sie ja noch nicht. Und für einen kleinen Hund ist so eine Treppe schon ein ziemliches Hindernis, dazumal unsere Treppe zum Dachgeschoß relativ steil ist.

Aber ich hab ja zum Glück beide lieb. Und beide sind lernfähig. Weiß ich ja. So ist das im Leben. Man muss eben seine Erfahrungen machen. Und ich muss mich mal wieder einkriegen. Ist wohl die leichte Übermüdung. Man hat eben seine Grenzen.