Prolog

Mein Hundebuch

Ein Tagebuch und mehr

 

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Tagebuch -Prolog

Nun, unsere Sari kommt aus einer Tötungsstation aus Ungarn, und war ursprünglich bereits in Ungarn vermittelt worden. Der Verein der sich um die dortigen Hunde kümmert und versucht sie vor der Tötung zu bewahren, macht aber zum Glück immer eine Nachkontrolle. Da sie im neuen Zuahuse aber auch nur im Zwinger saß, auf dem Beton und schon ganz wunde Gelenke hatte, haben sie die Kleine gleich wieder mitgenommen. Und da ihre Schwester, die meine Freundin eigentlich wollte, schon vermittelt war, kam also Sari zu uns.

 

Die Thematik der Tötungsstationen in Ungarn oder anderswo zu diskutieren ist eigentlich müßig, denn es gibt zu viele Aspekte. Am Ende ist es aber, meiner Ansicht nach, immer die Verantwortlichkeit sowohl des einzelnen Menschen als auch aller Menschen zusammen wie mit den Tieren umgegangen wird.

 

Es gibt ein paar universelle Gesetze die wir Menschen auch in der Ethik manifestiert haben. "Was du nicht willst das man dir tu, das füge auch nicht andern zu." ist wohl der einfachste Nenner, der es auf den Punkt bringt.

 

Wer meine erste Seite gelesen hat, weis natürlich, das ich dagegen war, einen Hund zu uns zu holen. Nicht weil ich Hunde nicht mag - ich bin da eher neutral, sondern weil ich mir der Verantwortung und der Arbeit bewußt war und den Zeitpunkt für verfrüht gehalten habe, da im Moment ein Hund zumindest nicht in mein Leben passte.

 

Meine Worte sich erst einmal ernsthaft mit der Thematik zu beschäftigen, hat meine Freundin ja geflissentlich ignoriert. Hier ging es um die Frage den Willen durchzusetzen. Wohl wissend, was da auf mich zu kommt und das ich zur Not helfen kann, habe ich es sehr relaxt aufgenommen und mich darauf beschränkt, sie auf bestimmte Probleme hinzuweisen, sie zur Recherche zu ermahnen und ihr klar gemacht, das sie sich dem Thema Hund dann auch alleine stellen und ihre Verantwortung wahrnehmen muss. Da sei "überhaupt kein Problem". Und so ging sie auf Suche.

 

Gefunden haben wir also am Ende unsere Sari, die als Bestandteil eines Rudels aus 12 Hunden, wild in einer stillgelegten Fabrik lebte, wo sie gelegentlich von Anwohnern gefüttert wurden.

Dort eingefangen, kamen sie in die Tötungsstation. Dort werden die Hunde regulär nach 2 Wochen eingeschläfert. Durch den Einsatz des Vereins haben sie jetzt vier Wochen Frist um ein Zuhause für sie zu finden.

Sari hat jetzt ein schönes Zuhause. wir bewohnen zwei Etagen eines Hauses, haben ein 2000 qm Grundstück und eine schöne, grüne, verhältnissmäßig ruhige Wohnlage. Direkt im Umfeld ist man schnell im Wald. Ideal also für einen Hund, der schon wegen seiner Größe ordentlich Auslauf braucht.

Sari ist ein Labradormix. Keine Ahnung welche Rasse da ihre Gene beigesteuert hat, aber Sari ist eine wirklich Hübsche. Zierlicher und schlanker als ein reinrassiger Labrador, schönes, schwarzes, glänzendes Fell und hat graumelierte Pfötchen, einen kleinen Brustlatz und eine weiße Schwanzspitze. Sie kam zu uns im Alter von fünf Monaten. Also theoretisch aus dem Gröbsten heraus, aber natürlich aus der Geschichte heraus in menschlicher Gesellschaft praktisch garnicht sozialisiert. Aber die Sozialisierung in ihrem Rudel ist natürlich nicht zu ersetzen. Die noch nicht verheilten Bisswunden an ihrem Kopf, legten beredtes Zeugnis ihrer Geschichte ab.

Ich selbst bin freiberuflich tätig, meine Frau hat eine Praxis für Pranaheilung und Prana-Yoga. Unsere Kinder sind schon ausgezogen.

Und da hinein sollte sich jetzt Sari integrieren. Und wie das ablief, könnt ihr auf den folgenden Seiten lesen.