Körpersprache

Mein Hundebuch

Ein Tagebuch und mehr

 

DRUM PRÜFE WER SICH EWIG BINDET

Körpersprache

 

Die Körpersignale, Bewegungen und Aktionen der Hunde zu erkennen und richtig zu deuten, ist die Basis für eine gute Beziehung zwischen Hund und Besitzer. Die meisten Hundebesitzer kennen bzw. erkennen diese nicht, denn es sind meist kleine und schnelle Gesten.

Kommt es zu Konflikten zwischen Mensch und Hund liegt der Fehler fast immer bei uns. Hunde sind Rudeltiere und wir sind ihr Rudelführer, das Alphatier. Kommt es zu einem Konflikt, zeigen Hunde ihre Signale um uns, den Chef, zu beschwichtigen. (es sei denn sie sind selbst schon der Chef, dann zeigen sie natürlich andere Signale) Wenn wir diese nicht erkennen oder falsch interpretieren und statt dessen mit dem Hund schimpfen, verstärken wir das MIssveständniss. Da der Hund erkennt, das wir seine Signale, die er zur Beschwichtigung sendet, falsch interpretieren, führt das meist dazu, das er diese unterdrückt. Das kann dann aber wiederum zu Problemen im Sozialverhalten mit anderen Hunden führen.

Die Konflikte zwischen Mensch und Hund sind vorprogrammiert, wenn der Mensch die Sprache des Hundes nicht kennt.

 

Konfliktvermeidung ist bei Hunden genetisch programmiert.

 

Beschwichtigungssignale können sein:

 

Kopf

 

  • den Kopf abwenden, zur Seite drehen

 

wird regelmäßig aus menschlicher Sicht missverstanden und das Gegenteil erwartet. Das Kind soll/muss uns immer anschauen. Übrigens auch beim Menschen genau das Gegenteil von dem was das Kind instinktiv macht. Der Zwang des Kindes uns anzuschauen ist reines Dominanzverhalten.

 

Augen

 

  • mit den Augen blinzeln
  • sie von einer Seite zur anderen wandern lassen
  • auf und zu machen.

 

Wenn Hundebesitzer mit einem aggressiven Ton Befehle geben, kann es gut sein, dass der Hund statt sofort zu gehorchen, erst einmal mit den Augen blinzelt, um seinen Besitzer erst mal zu beschwichtigen.

Er versucht also nur die Situation zu entschärfen und signalisiert: ja ist OK, ich mach es ja. Würde der Hundebesitzer das erkennen oder/und den Befehl in einem anderen Ton geben, würde bzw. hätte der Hund sofort gehört.

Oft erlebt man, das der Ton noch schärfer und fordernder wird. Wenn der Hund dann vielleicht noch ganz wegschaut oder den Kopf zur Seite wendet, ist Herrchen total überfordert und verkennt die Situation meist komplett. Dann wird unter Umständen, statt die Situation auch von Seiten des Besitzers zu beruhigen, der Hund gezwungen und die sofortige Ausführung verlangt oder/und durchgesetzt. Oft mit rabiaten Methoden. Die Konflikte zischen Mensch und Hund sind somit vorprogrammiert, wenn der Mensch die Sprache des Hundes nicht kennt.

 

Sitz und Platz

 

Das SITZ oder PLATZ machen des Hundes sind sehr deutliche Beschwichtigungssignale.

 

Wir erleben das derzeit mit unserer neuen Hündin (6 Monate alt) regelmäßig in Streßsituationen, wenn zu viele Eindrücke in Form von Radfahrern, Personen und Autos auf sie einprasseln. Sie macht dann SITZ und wartet erst einmal bis alles vorbei. Einfach eine Methode um die Situation und auch sich selbst zu beruhigen.

 

Körper abwenden oder erstarren

 

Den Körper abzuwenden, ist ein starkes Signal, um die Gegenpartei zu beschwichtigen. Es hat nichts mit Ignoranz oder Dominanz zu tun. Sondern der Hund versucht einen Konflikt zu vermeiden.

Meist finden wir dieses Verhalten, wenn der Mensch dem Hund gegenüber in einem agressiven, bedrohlich wirkenden oder unbeherschten Tom und Verhalten auftritt. Auch dieses Verhalten wird sehr oft genau in das Gegenteil interpretiert und als Ungehorsam oder Verweigerung gedeutet und erhöht dann oft das Agressionspotenzial (das bedeutet nicht gleich körperliche Gewalt) des Besitzers.

 

Absenken des Oberkörpers

 

Während es in entspannten Situationen oft als Signal zum Spielen eingesetzt wird, meist weil es die typische Hab-Acht-Haltung ist zum Start bei der Jagd nach einem Spielzeug, dient es in Konfliktsituationen ebenfaslls als Geste zum Beschwichtigen. Der Hund macht sich klein und verbeugt sich vor seinem Herrchen. Interessant, das man genau diese Haltung auch in der menschlichen Zivilisation findet . siehe das Verbeugen vor dem Herrscher oder in Kirchen oder beim Gebet in verschiedenen Religionen

 

Nase

 

die Nase lecken. Eine Geste die vor allem auch den Hund selbst beruhigt, weil es für einen Moment ablenkt. Man findet diese Verhalten auch beim Menschen, der in ähnlichen Situationen sich die Lippen leckt bzw. befeuchtet. (Der trockene Mund bei Aufregung)

 

Bewegung

 

Wird der Hund in einem scharfen oder gereizten Ton gerufen, kann es sein, dass er sein Tempo verlangsamt. Das bedeutet nicht, dass er nicht will, sondern dass er den Menschen erst beschwichtigen will und ihm durch die langsame Bewegung praktisch die Zeit dafür einräumt. Leider reagiert der Mensch oft genau entgegengesetzt, wird noch fordernder/agressiver, der Hund noch langsamer. Wer geht schon gerne zu jemandem der schon rumtobt, bevor man überhaupt da ist. (Schon mal so einen Chef gehabt, so einen kleinen Choleriker und dann einen Termin?)

 

Schwanzwedeln

 

mit dem Schwanz zu wedeln, bedeutet nicht nur, dass der Hund sich freut, sondern kann auch ein Zeichen von Stress und Anspannung sein. Zum Beispiel bei der Lösung einer Aufgabe (zum Beispiel suchern) Er will sich selbst beruhigen.

 

Hinlegen

 

Das deutlichste Signal ist das auf den Bauchlegen mit den Beinen am Boden. Oftmals wurde auch beobachtet, dass ein ranghoher Hund sich mitten ins Rudel gelegt hat und liegen blieb, bis sich alle beruhigt hatten. Ein deutliches Signal - ich, der Chef, bin ruhig, also kein Grund zur Aufregung, kriegt euch wieder ein. Ein Verhalten das auch in Führungspositionen beim Menschen und daher auch vom Hundebesitzer als Rudelführer erwartet wird. Der Hund orientiert sich immer am Verhalten seines Besitzers.

 

Gähnen

 

Die meisten Hunde gähnen wenn sie aufgeregt sind, um sich damit selbst zu beruhigen.

 

im Bogen laufen

 

Hunde laufen gerne einen Bogen, wenn sie einem anderen Hund begegnen. Das entspannt die Situation. Deshalb sollte man den Hund nicht durch das „bei Fuß“ Kommando davon abbringen lassen. Das ständige Fuß-Rufen in solchen Situationen ist meist ein Zeichen der Unsicherheit und Angst von Herrchen.

 

Schnüffeln am Boden

 

Das Schnüffeln am Boden ist situationsabhängig zu betrachten. Befindet sich ein anderer Hund in der Nähe, kann es als Signal zur Beschwichtigung dienen - es signalisiert Desinteresse. Seltener wird man es finden wenn der Besitzer ruft und der Ton agressiv/unruhig war. Genau beobachten on der Hund erst nach dem Rufen schnüffelt oder bereits davor. Meist ist das Schnüffeln eine Sache von Sekunden, bevor der Hund dann einen Sprint einlegt.

Es ist wichtig die Gesamtsituation zu betrachten. Und natürlich kann es auch einfach nur das beliebte Fährtenlesen sein.

 

Trennen/Dazwischengehen

 

Kommt es zu aggressiven Verhalten zwischen zwei Hunden, geht oft ein dritter Hund dazwischen, indem er sich zwischen die beidenHunde drängt. Auch das kennen wir von uns Menschen und machen es ganau so. Bei Hunden wird das oft missverstanden. Der dritte Hund will nicht mitmachen, sondern beschwichtigen.

Wird der Besitzer von fremden Hunden begrüßt und angesprungen, passiert es das der eigenen Hund dazwischen geht, weil er Streit/Agression vermutet und beschwichtigen will.

 

 

Turid Rugaas schrieb in ihrem Buch, „Beschwichtigungssignale der Hunde“ , dass im Gegensatz zu den Drohsignalen, deren Zweck es ist, Distanz zu schaffen, jemand fernzuhalten oder zu verscheuchen, haben die beschwichtigenden Signale zum Ziel, zu beruhigen, Angst, Stress, Zorn und andere Gemütszustände abzubauen, die zu einem Konflikt führen könnten. Turid Rugaas Buch kann man im Buch-Shop ganz einfach bestellen!

 

Die Beschwichtigungssignale sind für uns der Schlüssel zum Verständnis unserer Hunde. Diese zu kennen un dzu erkennen erfordert etwas Übung macht aber auch Spaß und führt schnelle zu einem guten Verständnis und Verhältniss zwischen Hund und Mensch.